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Malteser Hospizarbeit

Erfahrungsberichte

Inge Werner, Ehrenamtliche:

Seit ca. zwei Jahren engagiere ich mich als Ehrenamtlerin im ambulanten Erwachsenen-Hospiz. Im August 2012 habe ich mit Freude die Chance ergriffen, im Projekt Schule und Hospiz meine Erfahrungen mit jungen Menschen auszutauschen.

Am 18. April 2013 war es dann soweit: Ich durfte den Religionsunterricht im Reinoldus-Schiller-Gymnasium, Klasse 11, in Dortmund-Dorstfeld mitgestalten.

Ich war sehr aufgeregt. Was würde ich erleben? Wie würden sich die Schüler verhalten? Würde die Zeit lang werden? Wie sind die Lehrer? Mach ich alles richtig? Ganz viele Fragen schwirrten in meinem Kopf.

Aber es war ganz anders! Die Stunde begann mit einem kreativem Chaos,  dann wurde ganz schnell eine beruhigende Mitte geschaffen und für eine vertrauensvolle und bewegende Stimmung gesorgt.

In einer Vorstellungsrunde erzählte jeder Schüler, ob und wie er mit dem Thema Tod und Sterben schon in Berührung gekommen ist. In dieser Runde spürte ich, wie schwer es vielen Schülern fiel, darüber zu sprechen. Verspannungen und Tränen gab es und doch waren viele SchülerInnen bereit, über ihre persönlichen Erfahrungen zu berichten.  Einige trauerten über den Tod ihrer Großeltern, andere erzählten über den Tod von Tante und Cousine. Für mich waren es sehr bewegende Momente. Diese persönlichen und offenen Gespräche haben mich sehr gefreut und sehr motiviert, weiter diesen Weg zu gehen.

Schnell war klar, dass wir kein Konzept benötigen. Die Fragen der SchülerInnen sprudelten und ich freute mich sehr, von meinen Erfahrungen aus meinen Begleitungen zu berichten. Besonders eine sehr spirituelle Situation beeindruckten die Schüler und Schülerinnen sehr. Immer wieder kam es zu Nachfragen, wie ich damit umgehe und was mich dazu bringt, sterbende Menschen zu begleiten. Das Interesse über das Thema Tod und Sterben zu sprechen war bei diesen noch sehr jungen und gesunden Menschen überraschend groß.

Ich glaube, die Sensibilität für das Thema „Tod und Sterben“ wurde vergrößert. Aber nicht nur Tod uns Sterben standen im Mittelpunkt, sondern der Ausdruck von Gefühlen wie Trost, Trösten wollen und Traurigkeit.

Auch die Rückmeldungen der Lehrer waren nur positiv. Auch hier war Anerkennung und Respekt dieser Arbeit spürbar. Meine Unsicherheit war verflogen, und ich habe dafür auch `n klein bisschen Sicherheit mehr erhalten.


Thomas Schlüter, Lehrer:

Hallo Frau Willing,

heute hatte ich in der Klasse, in der Sie gestern waren, eine Stunde Physik. Die ersten 15 Minuten der Stunde habe ich genutzt, um mit den Schülerinnen und Schülern über Ihren Besuch zu sprechen. Die Schülerinnen und Schüler haben folgende Rückmeldungen gegeben, die ich versucht habe, in Kurzform mitzuschreiben:

  • Voll gut fand ich, dass die Mitarbeiterinnen von sich aus direkt erzählt haben.
  • Die Mitarbeiterinnen haben unsere Fragen gut beantwortet. 
  • Ich fand gut, dass sie auch die persönliche Meinung gesagt haben und auch, was gut und was nicht gut in der Familie von M. läuft. 
  • Gut, dass wir miteinander reden konnten und keinen Vortrag gehört haben. Auch gut, dass die Mitarbeiterinnen nachgefragt haben, ob die Frage damit beantwortet ist. 
  • Die Geschichte von M. war beeindruckend. 
  • Die Mischung aus Fragen und Beispielen war gut. 
  • Gut waren die Ratschläge am Ende und der Hinweis auf Hilfsangebote.

Ich hoffe, die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sind hilfreich für weitere Schulbesuche. Interessant war für mich zu beobachten, dass sich bei der Auswertung viele Schülerinnen und Schüler positiv geäußert haben, die in der Stunde nichts gefragt oder gesagt haben.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler keine Rückmeldungen mehr hatten, habe ich noch gefragt, was sie von kleineren Gruppen gehalten hätten. Eindeutige Antwort: Nein, bitte nicht. Wir sind eine Klasse und wir hätten uns wahrscheinlich auch nicht einigen können, wer in welche Gruppe geht.

Wenn Sie noch Hinweise/Rückmeldungen an mich bzw. uns haben, sagen Sie diese bitte auch!

Nochmals vielen Dank für Ihren Besuch!

Weitere Informationen

Sprechen Sie uns an

Beate Tomczak-van Doorn
Fachstelle Hospizarbeit, Köln
Tel. (0221) 9822-586
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